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Wenn die Kirche rockt. Dorfdisco in Langerwisch.

24.06.2026

Magische Momente - Thomas Thieme bei seiner Musical-Andacht.

Langerwisch – Nebelschwaden, bewegtes Licht, groovende Beats: In der Langerwischer Kirche wurde gefeiert, getanzt und gelacht – und das generationsübergreifend. Das leuchtende Kreuz am Altar funkelte durch den Raum, Kirchenbänke waren beiseite gerückt, Scheinwerfer tanzten wie kleine R2-D2s über Taufstein und Kanzel. Eine Atmosphäre wie ein Lebens­Tanz: Licht als Segen, Musik als Brücke, Kirche als Raum für alle.

Die Kirche ist unsere Kirche – und sie ist die Kirche für alle.

Ausgesprochen, was alle spüren konnten

Schon die Musical-Andacht setzte den Ton: fetzige Rhythmen, herzliche Begrüßung, Menschen mit einem Piccolo in der Hand, die das Leben feiern – mitten in ihrer Kirche. Die Stimmung: ausgelassen.

Die Besucherinnen und Besucher kamen von nah und fern: Eine junge Frau reiste eigens aus Thüringen an, Freundinnen aus Brandenburg an der Havel machten sich auf den Weg, Interessierte aus Michendorf schauten neugierig vorbei. Ein älteres Ehepaar strahlte: „Wir sind froh, dass sie es dieses Jahr wieder gemacht haben. Letztes Jahr haben wir es vermisst.“

Die Ersten wagen sich auf die Tanzfläche.

Auffallend war die bunte Mischung: Alle Altersgruppen, viele Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner – auch Menschen, die sonst selten eine Kirche betreten. Pfarrerin Juliane Rumpel schätzt: „Drei Viertel kommen aus der Gemeinde. Etwa ein Viertel der Besuchenden kommen eher selten in die Kirche.“  Bis 2 Uhr morgens lag eine Genehmigung für die Dorfdisco in der Kirche vor. Ob die Veranstaltung fest ins Jahresprogramm wandert? Die spontane Antwort aus dem Team: „Wir wollen das Besondere bewahren. Vielleicht. Vielleicht auch nicht!“

Der laue Sommerabend brachte das Barkeeper-Team ins Schwitzen. Ab 21 Uhr übernahmen drei junge Frauen aus der Jungen Gemeinde souverän den Tresen: „Klar, wir sind gefragt worden – dann machen wir das auch“, sagen sie selbstverständlich.

Organisatorisch lag die Verantwortung bei Thomas Thieme. Acht Personen bereiteten den Abend in zwei gemeinsamen Sitzungen vor. 21 packten schließlich mit an. „Verschiedene Teams haben sich die Arbeit geteilt“, berichtete Marie. „Ich habe die Musikwünsche in eine Playlist gepackt.“ Susanne zeichnete sich für die Technik in der Kirche verantwortlich. Am Veranstaltungstag wurde geschleppt und aufgebaut – am Tag danach gemeinsam wieder aufgeräumt. „Es ist viel Arbeit“, sagt Thieme, „aber es ist einfach auch klasse.“

Hinter jedem Detail steckt eine Geschichte: die Bar mit dem markanten originalen „Religion“-Schild an der Ecke, die Tontechnik vom Nachbarn, die Lichtanlage eines Freundes, die für echte Discostimmung sorgte. „Alles verbindet sich mit Menschen“, erzählt Thieme. Selbst die anfangs skeptischen, wortkargen sechs Männer mit einem Getränk in der Hand tauten auf und erzählten von ihrem Beitrag, den sie beigesteuert haben: Einer erzählte vom „Licht aus seinem Keller“ und den R2-D2s, die durch die Kirche strahlten. Ein anderer sprach von der eigenen Tontechnik, die er zur Verfügung gestellt hatte – „das hört man jetzt einfach. Mehr gibt’s dazu nicht zu sagen.“ Am Ende hatten sie alle mit angepackt.

 So entsteht ein „Wir“: Gemeinschaft und Miteinander – tanzend, feiernd, glaubend. In Langerwisch zeigt sich: Kirche kann überraschen, berühren und verbinden. Wenn die Kirche rockt, wird sie zu einem Ort, an dem sich Menschen zu Hause fühlen – ganz gleich, wie oft sie sonst kommen.

Den Sound stets im Blick.
Kurz vor Schichtwechsel. Die Bar war dreh und Angelpunkt. Später übernahmen Mädels von der Jungen Gemeinde den Ausschank.
Tanzbegeisterte Kirchengemeinderätinnen.
Die laue Sommernacht genossen die Dorfdisco-Begeisterten bei einem Drink vor der Kirche.