„Geh aus mein Herz und suche Freud in dieser schönen Sommerszeit an deines Gottes Gaben.“ Paul Gerhardts Sommerlied singen wir bis heute in der Kirche.
Es hat eine tänzelnde Melodie, leicht und unbeschwert. So wünschen wir uns auch die warmen Sommertage und -Abende. Der Sommer ist oft die andere und lange Zeit. Die Tage sind lang und die Ferien auch. Der Urlaub führt zu anderen, fremden Orten. Wir benehmen uns anders in jenen anderen Zeiten, aber wir werden keine anderen – vielmehr sind wir dann, wie wir sein wollen. Was uns in Arbeit oder Schule bestimmt, Geld oder Leistung, verliert an Wert. Was im Alltag zu organisieren ist, Haushalt und Familie, wird leichter. An schönen Sommertagen macht einfach zu leben einfach Freude.
Viele Urlauber kommen dafür in den Hohen Fläming und einige davon gehen auch in unsere Kirchen - wir sollten sie also gerade in dieser Zeit öffnen. Manche werden kommen, weil sie neugierig sind, andere suchen die Stille und einige hinterlassen Nachrichten im Gästebuch. Sie erzählen von Schicksalen, von Beistand und Hilfe. Sie erzählen von Menschen, wie sie sind, wenn sie nichts weiter sind als sie selbst. Und sie erzählen von Gott, dem die Menschen begegnen.
Für solche Begegnungen reicht ein Kurzurlaub. Es reicht, von Zeit zu Zeit sein Herz ausgehen zu lassen. Es reicht ein Augenblick, egal ob auf der Kirchenbank oder dem Gartenstuhl. Einfach dasitzen und für einen Moment nur ich selbst sein. Nicht länger, als es braucht um zu singen: „Mach in mir deinem Geiste Raum, dass ich dir werd ein guter Baum, und lass mich Wurzel treiben.“ In diesem Sinn wünsche ich Ihnen eine gesegnete Sommerszeit.
Pfarrer Thomas Thieme