Pfarrerin Christiane Moldenhauer nahm in ihrer Predigt die Schöpfungsgeschichte als Ausgangspunkt. Am Anfang war nichts – aus Staub und Steinen entstand die Welt, aus dem scheinbar Unscheinbaren etwas Lebendiges, Schönes und Sinnvolles aus Gottes Händen. Eine Parallele zur Baustelle der St. Marienkirche lag für sie nahe: Auch hier ist aus Staub, Steinen und viel Arbeit etwas Neues entstanden.
Wir haben einen Gärtner, der seine Schöpfung liebt und seinen Garten nicht aufgibt.
Pfarrerin Christiane Moldenhauer
Mit dem biblischen Auftrag Gottes, den Garten Eden zu „bebauen und zu bewahren“, verband die Pfarrerin zugleich einen Gedanken für die Gemeinde und die Stadt. Bauen und Bewahren brauche Geduld, Treue, Achtsamkeit und das Miteinander. Die Kirche sei aufgerufen, ein offener Ort für Menschen jeden Alters zu sein und Raum dafür zu schaffen, dass Leben und Gemeinschaft wachsen können. Wie ein Gärtner seinen Garten nicht aufgibt, gelte es auch für die Menschen, gemeinsam an einer lebendigen und offenen Kirche weiterzubauen.
Vom ersten Bauabschnitt zur fertigen Kirche
Der Weg zur heutigen St. Marienkirche begann bereits vor einigen Jahren. Der Altarraum der Kirche wurde umfassend renoviert und am 23. April mit einem Gottesdienst gefeiert. Damals stand die Überlegung im Raum: Wenn sich die neue Gestaltung bewährt und die Gemeinde sie als gelungen erlebt, könnte der nächste Schritt folgen.
Diese Idee wurde Wirklichkeit. Der nächste Bauabschnitt kam. Gemeindekirchenratsvorsitzende Nicole Busse erinnerte sich an die Sitzung, in der die Kostenschätzung von Pfarrerin Christiane Moldenhauer offenbart wurde. „Das war viel, viel teuerer als vorher angenommen und die Frage stand im Raum: Wollen wir dann überhaupt noch weiter machen?“ Doch der Gemeindekirchenrat entschloss sich, diesen Schritt im Vertrauen zu wagen, trotz Finanzlücke.
Dabei war die bauliche Herausforderung eng mit der inhaltlichen Frage verbunden: Wie kann eine historische Kirche heute ein lebendiger Ort für Menschen sein? Wie kann Kirche und Glaube mitten in die Stadt hinein wirken und die Menschen in ihren Bedürfnissen und Fragen zur Seite stehen.
Superintendent Wisch würdigte die gelungene Fertigstellung in seinem Grußwort und hob besonders diese neue Vielseitigkeit hervor: „Das Faszinierende an diesem Kirchenraum ist die Flexibilität der Nutzung. Hier ist Raum für Gottes Wort, Tanzen, Spielen, Reden, Diskutieren und sich Treffen.“
Damit öffnet sich die St. Marienkirche noch stärker für die Stadtgesellschaft. Sie soll nicht nur Ort für Gottesdienste sein, sondern auch Raum für Begegnung, Austausch, Kultur und gemeinsames Leben.
Ein Raum für die Stadt
Gerade in einer Zeit, in der gesellschaftlicher Zusammenhalt nicht selbstverständlich ist, komme solchen offenen Orten eine besondere Bedeutung zu, betonte der Superintendent. „Hier ist Raum für Begegnung und Austausch. Kirche öffnet sich für Gemeinde, für die Stadt, die Kommune, für die Zivilgesellschaft.“
Die St. Marienkirche ist der größte Raum in der Stadt und bietet damit besondere Möglichkeiten. Sie kann Menschen unterschiedlichster Hintergründe zusammenbringen und einen Ort schaffen, an dem diskutiert, gefeiert, getröstet, musiziert und gemeinsam nach Lösungen gesucht werden kann.
Viele haben zum Gelingen des Festtages beigetragen. Sie sorgten für ein reichhaltiges Buffet mit Häppchen und Kuchen. Blaue und grüne Zuckerwatte waren um so manchen Kindermund zu sehen. Spielangebote und Zeit zum Austausch. Mit einem musikalischen Doppelpunkt endete der Festtag.
1000 Lego-Steine für St. Marien
Damit es solche Räume gibt, braucht es Ihre Unterstützung. Beteiligen Sie sich an der Lego-Spendenaktion. Jeder Legostein trägt zu Deckung der Finanzierungslücke bei.
Jetzt Spenden