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Das Gänseblümchen – Schau genauer hin!

03.09.2026

Brandenburg an der Havel. Ein Gänseblümchen mitten im Dom? Beim Einschulungsgottesdienst im Brandenburger Dom wird eine kleine Blume zur überraschenden Gesprächspartnerin der Pfarrerin Susanne Graap – und hat den Schulanfängerinnen und Schulanfängern einiges zu sagen.

„Wer von euch hat schon einmal ein Gänseblümchen gesehen?“ Die Kinder wissen natürlich sofort, wo sie wachsen: auf der Wiese, im Garten, am Straßenrand – manchmal sogar zwischen zwei Pflastersteinen.

Dann meldet sich das Gänseblümchen selbst zu Wort: „Hallo!“ Und es erklärt der Pfarrerin, warum Kinder einen besonderen Blick für Gänseblümchen haben: „Ihr Kinder entdeckt uns. Ihr bleibt stehen und schaut hin.“

Genau darum geht es im Gottesdienst: um das genaue Hinschauen. Erwachsene seien oft beschäftigt mit der Uhr, dem Handy oder dem nächsten Termin. Kinder dagegen können sich von kleinen Dingen überraschen lassen.

Das Gänseblümchen wird dabei zum Bild für den neuen Lebensabschnitt, der mit der Einschulung beginnt. Die Kinder werden viel Neues entdecken, Freunde finden, lachen und lernen. Aber es wird auch Momente geben, in denen etwas schwierig ist.

Dann erinnert das Gänseblümchen daran: „Da ist Licht. Ich bin nicht allein. Ich darf wachsen.“

Denn das Gänseblümchen braucht Licht. Wenn es dunkel wird, schließt es seine Blüte und wartet. „Woher weißt du, dass es wieder hell wird?“, fragt die Pfarrerin. Die Antwort: „Bis jetzt ist die Sonne noch immer wiedergekommen.“

So verbindet der Gottesdienst die Freude über den Schulanfang mit einer christlichen Botschaft: Gott ist auch in den kleinen Dingen des Alltags zu entdecken. Der Glaube kann den Blick öffnen für das, was leicht übersehen wird, und daran erinnern, dass Menschen getragen sind.

Und wenn die Kinder das Gänseblümchen einmal nicht finden?

„Dann schaut genauer hin.“