Verschiedene Sprachen werden gesprochen, unmittelbare Verständigung scheint zunächst unmöglich – und doch verbindet die Musik. Klänge wie aus fernen Welten, fremd und zugleich verbunden.
Mit dem Abendläuten um 18 Uhr setzte der Kalligraph Shahid Alam seine ersten Striche auf der Leinwand. Zu „Prorok III“ von Bernhard Barth, einem Gedicht nach Alexander Puschkins „Nachahmungen des Korans VII“, entstand vor den Augen des Publikums ein Bild aus arabischer Schrift. Musik, Sprache und Kalligraphie traten in einen unmittelbaren Dialog – wie ein Abendgebet, getragen von den Themen Licht und Hoffnung.
Im Anschluss erklang eindrucksvoll Brahms’ „Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen?“
Den Höhepunkt bildete die Uraufführung von „PHAROS“. Stimmen aus allen vier Himmelsrichtungen erfüllten den Kirchenraum, während Shahid Alam die Musik live kalligraphisch begleitete. Das Werk von Bernhard Barth verdichtete die zentralen Themen des Projekts: Licht, Orientierung, Übergang und kulturelle Verbindung.
Der Leitgedanke des Werkes – ins Arabische übertragen – verweist auf Pharos als Hafen, Ziel und Lichtwort, das Menschen im Klang vereint und aus dem Dunkel ins Licht führt.
So wurde das Konzert zu einem ganzheitlichen Klangerlebnis: Musik, Bild und Schrift begegneten sich im Augenblick.
PHAROS. Lichtbrücken in ein Land von Morgen. Zum Projekt.
PHAROS ist ein internationales, interkulturelles und interreligiöses Chor- und Musikprojekt, das 2026 und 2027 in Deutschland, Ägypten und den USA realisiert wird. Ausgangspunkt ist der antike Leuchtturm von Alexandria – der Pharos – als Symbol für Orientierung, Wissen und kulturellen Austausch über Grenzen hinweg.
Die erste Projektphase im September 2026 verbindet Konzerte in Potsdam und Werder mit dem künstlerischen Dialog der beteiligten Chöre und der Live-Kalligraphie von Shahid Alam.
Im Juni 2027 führt die zweite Phase die deutschen Partner nach Alexandria und Kairo, wo Konzerte, Workshops und Vermittlungsformate den kulturellen Austausch fortsetzen.
PHAROS versteht Musik als Raum der Begegnung, des Friedens und der Verständigung zwischen Kulturen und Religionen.
Unterstützt wird das Projekt von der Heilig-Geist-Kirchengemeinde Werder, den Evangelischen Kirchenkreisen Mittelmark-Brandenburg, der Blütenstadt Werder, der Stiftung Kirche im Dorf, dem Chorverband Berlin und Andere Zeiten e. V.
Schirmherrin: Manja Schüle