Festandacht zur abgeschlossenen Innensanierung der Feldsteinkirche in Pflügkuff
Pflügkuff, 28. Mai – Feierlich erklangen die Glocken, als sich die Türen der alten Feldsteinkirche öffnete und zahlreiche Gäste nach der abgeschlossenen Innensanierung zusammenkamen. Die neugestalteten Wände und die renovierte Decke lassen eine der kleinsten Feldsteinkirchen im Fläming in neuem Glanz erstrahlen. Im 44 Einwohner zählenden Dorf sind die Plügkuffer stolz auf ihre Kirche. „Sie ist schließlich unser ältestes Gebäude!“
Pfarrerin Christiane Moldenhauer bedankte sich in ihrer Ansprache bei allen Beteiligten, die diesen Tag möglich machten, die vielen Hände vor und hinter den Kulissen. Sie machte Mut, aus der Kirche kein Museum zu machen, sondern sie offen zu halten. „Wenn Leben in der Kirche ist, bleibt auch ein Ort lebendig,“ betonte sie.
Auch wenn längst nicht alle Pflügkuffer in der Kirche sind, ist sie für alle wichtig, bestätigten Jürgen Grabo und Reimut Wricke. Beide sind aktiv in der Kirche und packen im Dorf mit an, wenn es etwas zu tun gibt.
Die Sanierung wurde von den Kirchenältesten und Pfarrer Daniel Geißler initiiert. Mit fachkundiger Unterstützung der Restauratoren Udo und Petra Drott aus Bad Belzig, dem Malermeister Matthias Steffen aus Klein Marzehns und der Baupflegerin Andrea Molkenthin aus dem Evangelischen Kirchenkreis wurde die Innensanierung im Zeitplan umgesetzt. Die vorveranschlagten Kosten von 22.000€ wurden eingehalten. Der Landkreis Potsdam-Mittelmark unterstütze das Vorhaben mit 7.000€.
Aus kleinen Anfängen wächst Großes
Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt. Viele Besucherinnen und Besucher verbinden persönliche Erinnerungen mit diesem besonderen Ort: Taufen, Konfirmationen, Hochzeiten und Abschiede haben sie hier erlebt. Umso größer war die Freude, die sanierte Kirche gemeinsam zu feiern.
In ihrer Ansprache verglich Pfarrerin Christiane Moldenhauer die Geschichte der Kirche mit dem biblischen Senfkorn. Es stehe dafür, dass aus etwas Kleinem und Unscheinbarem etwas Großes und Beständiges entstehen kann.
Vor rund 800 Jahren trugen die Menschen zusammen, was ihnen zur Verfügung stand: Feldsteine. Daraus entstand die Kirche. Im Laufe der Jahrhunderte kamen Altar, Kanzel, Bänke und weitere Ausstattungsstücke hinzu. So wurde ein Raum geschaffen, in dem Glaube, Gemeinschaft und Hoffnung wachsen konnten.
Viele Menschen haben damals wie heute dazu beigetragen, diesen Ort zu erhalten und lebendig zu gestalten.
Die Kirche sei kein Museum, betonte Moldenhauer. Eine Kirche lebe von den Menschen, die sich in ihr versammeln, Gemeinschaft erleben und ihren Glauben teilen. Genau das mache auch das Dorf lebendig.
Ein Gemeinschaftswerk des ganzen Ortes
Die Sanierung und das Fest wären ohne die Unterstützung vieler Helferinnen und Helfer nicht möglich gewesen. Vor dem Feuerwehr-Gerätehaus war anschließend für Bratwürste und Getränke gesorgt Zahlreiche Ehrenamtliche brachten die Kirche auf Hochglanz, und eine junge Helferin übernahm engagiert den Küsterdienst. Das ganze Dorf half zusammen und zeigte eindrucksvoll, was gemeinschaftliches Engagement bewirken kann.
Der Dank galt auch Pfarrer Daniel Geißler aus Niemegk, der die Sanierung angestoßen hatte und leider krankheitsbedingt zum Fest nicht da sein konnte.
Ein besonderer Dank gilt den Restauratoren Ehepaar Drott, Malermeister Steffen sowie der Baupflegerin des Kirchenkreises, Andrea Molkenthin, die die Ausführungen der Arbeiten fachkundig begleitet und unterstützt haben.
Gelungene Sanierung mit Unterstützung des Landkreises
Die Innensanierung konnte planmäßig umgesetzt werden. Insgesamt wurden rund 22.000 Euro investiert. Der Landkreis unterstützte die Maßnahme mit einem Zuschuss in Höhe von 7.000 Euro. Für diese Förderung spricht die Kirchengemeinde ihren herzlichen Dank aus.
Die Farbkonzeption und die Gestaltung der Fensterlaibungen übernahm die Firma Drott Restaurierung aus Bad Belzig. Von den ursprünglichen Ausmalungen früherer Jahrzehnte waren nur noch wenige Spuren erhalten geblieben. Lediglich an den Fensterlaibungen fanden sich noch Reste der historischen Gründerzeitmalerei. An diesen Befunden orientierten sich die neuen Entwürfe. Malermeister Steffen führte die Gestaltung von Decken und Wänden aus. Der Kirchenraum wirkt wie nach einer Komplettsanierung.
Restauratorin Frau Drott blickt mit Freude auf die Arbeiten zurück: „Es hat richtig Spaß gemacht, die Schablonen zu erstellen und die Rankenmalereien in die Fenster zu malen.“ Besonders bemerkenswert: Die Arbeiten begannen bereits im November des vergangenen Jahres – mitten im Winter, als es eisig kalt war. Umso größer ist die Freude darüber, dass die Sanierung erfolgreich abgeschlossen werden konnte.
Ein Zeichen für die Zukunft
Die erneuerte Kirche von Pflügkuff zeigt eindrucksvoll, was entstehen kann, wenn viele Menschen gemeinsam an einem Ziel arbeiten. Sie ist nicht nur ein historisches Bauwerk, sondern ein lebendiger Ort der Begegnung, des Glaubens und der Gemeinschaft.
Mit der abgeschlossenen Innensanierung bleibt dieser besondere Ort auch für kommende Generationen erhalten – als sichtbares Zeichen dafür, dass aus kleinen Anfängen Großes wachsen kann.