Von Bad Belzig ging es über Loburg, Leitzkau und Pretzien bis nach Barby. Auf dem Programm standen wunderschöne Dorf- und Stadtkirchen, historische Orgeln und Glocken – und natürlich ganz viel Musik. Manche Teilnehmerinnen und Teilnehmer stiegen sogar bis in die Spitze eines Kirchturms hinauf. Dabei gab es viel zu entdecken: Unter anderem lernten die Mitfahrenden verschiedene Glockentypen wie Bienen- und Zuckerhutglocken kennen und erfuhren, dass früher jeder Glockenschlag eine ganz bestimmte Bedeutung hatte.
Im Mittelpunkt standen dabei nicht allein historische Orgeln und Glocken, sondern auch die Kirchenräume selbst und die Frage, wie eng Architektur, Musik und Gemeindeleben miteinander verbunden sind.
Schon bei der Betrachtung der Kirchen wurde deutlich: Altar, Orgel und Kanzel sind nicht einfach einzelne Ausstattungsstücke. Sie werden als Komposition der Architektur verstanden. Ihre Anordnung und Gestaltung prägen den Kirchenraum und erzählen zugleich etwas über die Geschichte und das Selbstverständnis einer Gemeinde.
Besonders spannend waren die Geschichten, die die Mitfahrenden selbst mitbrachten. Ein Geiger möchte bei keiner Fahrt fehlen. Eine Orgelpatin schaffte es in diesem Jahr endlich, nachdem zahlreiche Termine und Geburtstage im September ihr bisher einen Strich durch die Rechnung gemacht hatten. Ein anderer Teilnehmer hörte mit 75 Jahren auf zu arbeiten und LKW zu fahren. Seither widmet er sich den Dingen, die ihm Freude machen. Dazu gehört das Orgelspielen. Im hohen Alter wechselte er sogar vom Akkordeon zur Orgel. Und dann war da noch ein Teilnehmer, der sich selbst augenzwinkernd als „Orgelfachmann“ bezeichnet. Sein Blick fällt beim Betreten einer Kirche seit jeher zuerst auf die Orgel. Wer einmal dabei war, versucht sich einen der begehrten Plätze rechtzeitig zu sichern.
So wurde die Studienfahrt zu einem hochspannenden, unterhaltsamen und lehrreichen Tag. Hörgenuss und Entspannung kamen dabei ebenso wenig zu kurz wie Geschichte, Architektur und spannende Begegnungen. Die Orgel- und Glockenfreunde genossen das vielseitige Programm – und einen Kantor, der mit Leib und Seele für seine Leidenschaft brennt.