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Letzte "Sun-downer"-Andacht für 2027 auf dem Hagelberg.

24.09.2026

Der Sommer war groß. Sehr groß sogar.
Mit der vierten und letzten Sun-Downer-Andacht ging am vergangenen Freitag eine besondere Reihe zu Ende. Vier Andachten begleiteten den Sommer und luden dazu ein, die Woche gemeinsam ausklingen zu lassen, den Sonnenuntergang zu erleben und für einen Moment innezuhalten. Unterm Gipfelkreuz auf dem höchsten Berg Brandenburgs, dem Hagelberg. Mit Picknickdecken und Campingstühlen. Mit Eierlikör und Tee.

Die letzte Andacht stand ganz im Zeichen des Abschieds vom Sommer und des Übergangs in den Herbst.

„Es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.“ Mit diesen Worten aus Rainer Maria Rilkes Gedicht Herbsttag beschreibt Vikarin Christiane Tscherpel die Stimmung des Abends:

Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr. Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben, wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben und wird in den Alleen hin und her unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Aus: Das Buch der Bilder / Rainer Maria Rilke

In den Zeilen Rilkes liegt die Wehmut des Abschieds. Der Sommer geht, die Tage werden kürzer, die Schatten länger. Was in den vergangenen Wochen so selbstverständlich war – Wärme, Licht und lange Abende – verändert sich.

Gleichzeitig zeigte sich an diesem Abend bereits die Schönheit des Herbstes.

Über den Feldern lag ein unglaubliches Herbstlicht. Schafe standen auf der Weide mit einem wachsamen Hütehund. Im Schatten der untergehenden Sonne zog ein Traktor seine Bahnen und säte die nächste Ernte ein.

Vikarin Christiane Tscherpel führte durch die Andacht.

Übergang. Der geistliche Gedanke der Andacht nahm diesen Wechsel auf. Die Wehmut über den Abschied vom Sommer verband sich mit dem Vertrauen darauf, dass Gottes Güte durch trägt. Die Güte Gottes reicht, soweit die Wolken wehen. Sie reicht durch den Herbst und auch durch den bevorstehenden Winter.

Der Abend erinnerte daran, dass jede Jahreszeit ihre eigene Zeit und ihre eigene Schönheit hat. Es ist Zeit für längere Schatten, für Wind und Regen, für die letzte Süße der Ernte. Und es ist Zeit, darauf zu vertrauen, dass Gottes Güte bleibt und durchträgt – durch den Herbst, durch den Winter und durch alles, was kommt.

Der Sommer war sehr groß.
Nun darf der Herbst kommen.