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Kirchwanderweg 3 im Hohen Fläming aus der Taufe gehoben

23.07.2025

Es ist nicht immer leicht, die Hüter oder Hüterinnen der Dorfkirchen zu gewinnen, ihre Kirchen in den Sommermonaten für Wandergruppen und Einzelpersonen zu öffnen. Mit dem Kirchwanderweg 3 konnten wieder Kirchen dazu gewonnen werden, die ihre Türen offen halten. Hurra!

Feldsteinkirchen trotzen allen Stürmen der Zeit.

Dieser Kirchwanderweg hat noch seine besonderen Reize mit Kunst und Baukunst am Wege. Vom Fläming-Bahnhof  Bad Belzig startend geht es auf den Kunstwanderweg entlang zur ersten Station, der Briccius-Kirche vor der Burg Eisenhardt. Am Weg dorthin stehen das Kunstwerk „Axis Mundi 2“ und das Museum für den Künstler Roger Loewig im Schweizer-Haus. Der Künstler hat Kirchen der Region gezeichnet, u.a. auch die Kirche in Bergholz, zu der ich später komme. Die Briccius-Kirche ist eine schöne kleine Kirche, die schon Ausgangspunkt des innerstädtischen ökumenischen Kirchwanderwegs 2 ist.

Die St. Briccius Kirche ist die erste Station auf dem dritten Kirchenwanderweg im Fläming.

Pfarrer Albert Baur (Prediger in Belzig von 1836-1882) hatte die malerische Ausgestaltung an Altar und Kanzel veranlasst und „seine“ Kirche zeichnerisch festgehalten. Die Kirche entstand, als die Kapelle in der Burg Eisenhardt „St. Katharinen“ für die Siedler zu klein war, die sich im Schatten der Burg ansiedelten. Die Siedler kamen aus Flamen/Belgien und gaben der Region ihren Namen „Fläming“. Ihre Kirche widmeten sie dem Heiligen aus ihrer Heimat, Briccius. Ein Abstecher in die Burg lohnt sich und man kann einen Blick in die freigelegte Kapelle „St. Katharinen“ werfen. Auf dem Kunstwanderweg geht es weiter, vorbei an Kunstwerken heimischer und belgischer Künstler zur Borner Kirche.

Nirgendwo sonst stehen so viele Feldsteinkirchen.

Die Kirche in Borne ist vermutlich die älteste Feldsteinkirche im Fläming. Erhalten sind Wandmalereien am Torbogen zur Apsis. Der Altaraufsatz stammt aus dem Jahre 1713 und zeigt das Gemälde Abendmahl, Kreuzesabnahme und Grablegung. Die Kirche ist eine spätromanische Saalkirche. Über den Westgiebel ist ein Fachwerkdachturm aufgebaut mit geschweifter Haube und achteckiger Laterne. Dieser Dachturm ist in die Jahre gekommen und bedarf einer Restauration, für die die Kirchengemeinde Geld sammelt, wie jüngst mit einem Benefizkonzert. In Borne lebte lange ein Künstler, der auch mit einem Kunstwerk auf dem Kunstwanderweg präsent ist.

In Borne steht vermutlich die älteste Feldsteinkirche im Fläming und sie ist offen.

Am Weg zur letzten Station, der Kirche in Bergholz, steht auf dem Mühlenberg die Bockwindmühle. 1803 erbaut wurde hier Getreide gemahlen und war noch bis 1958 in Betrieb. 1970 wurde sie umfangreich saniert und seit 2012 sind die Flügel wieder funktionsfähig. Zu Pfingsten, am Mühlentag, ist die Mühle zugängig und man kann auch Führungen über die Tourismusinfo buchen ansonsten informieren Info-Tafeln über die Mühle und ihre Funktionen.

Will man nicht zurück zum Wanderweg Tk 31, dann kann man ca. 1km über die Landstraße nach Bergholz gehen. Ansonsten führt der ausgeschilderte Wanderweg in einem Bogen durch Felder (ca. 2,5km) nach Bergholz zur Feldsteinkirche.  In 2024 wurde die Dachsanierung der Kirche abgeschlossen mit Hilfe des Fördervereins Alte Kirchen. Im Gegensatz zur Borner Kirche war die Kirche in Bergholz schon länger eine „Offene Kirche“.

Durch den Kirchwanderweg 3 erhofft sich die Gemeinde eine größere Frequentierung, weil dieser Weg nicht nur für Wanderer, sondern auch für Fahrradfahrer interessant ist. Der Dichter und Zeichner Roger Loewig hielt die Kirche mit dem mächtigen Turm zeichnerisch fest. Der wuchtige Turm wurde nach einem Teileinsturz mit zwei schrägen Stützmauern verstärkt und diente den Dörflern als Schutzraum. Der Altaraufsatz im Innern stammt ca. aus dem Jahr 1700. Zu sehen ist die Kreuzigung Jesu und darunter das Abendmahl. Die hölzerne Kanzel ist Ende des 17. Jahrhunderts errichtet . Die Orgel schuf Wilhelm Baer 1865.

Die Dorfkirche in Bergholz lädt zu Stille und Andacht ein.

Dieser Wanderweg gibt Blicke frei auf Stadt und Land, man kann Natur genießen, sich mit Kunst auseinandersetzen und Ruhe finden in den Kirchen auf diesem Weg. Der Flyer wurde finanziert vom Arbeitskreis Kirche und Sport Berlin-Brandenburg. Die Wanderabteilung in der Evangelischen Sportarbeit Berlin-Brandenburg bemüht sich Kirchwanderwege zu erschließen, um Wanderern die Schönheit der Dorfkirchen zu erschließen, bzw. zu erinnern, das Anliegen der Altvorderen Gott zu ehren mit einem Bauwerk nebst Ausstattung.

Wie für die Kirchwanderwege 1 und 2 gibt es auch für den Kirchwanderweg 3 einen Flyer auf denen Felder vermerkt sind für die Erinnerungsstempel, die es in jeder Kirche gibt. Die Flyer liegen aus am Bahnhof, den Kirchen und im Tourismusbüro.

Feldsteinkirchen im Fläming Reportage im Kirchenmagazin "Die Kirche"

Flyer Kirchenwanderweg 3