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Heute ist ein Tag um glücklich zu sein.

03.06.2025

Lehnin, 18. Mai 2025 – Mit einem festlichen Gottesdienst, viel Musik, Begegnungen und einem bunten Programm für alle Generationen haben der Evangelische Kirchenkreis Mittelmark-Brandenburg (EKMB) und das Diakonische Werk Potsdam-Mittelmark am Samstag, 17. Mai, ihr neues Kirchenkreiszentrum in der Goethestraße 14 in Lehnin eingeweiht.

Fröhliche Gesichter und bunte Luftballons

Rund 450 Besucherinnen und Besucher aus Kirche, Diakonie, Politik und Zivilgesellschaft feierten gemeinsam die Fertigstellung mit einem vielseitigen Programm, das den Geist, die Geschichte und die Vision des Hauses lebendig machte.

Ein dreifaches Hoch auf die Bauleute

Der Tag begann in der historischen Klosterkirche Lehnin mit einem bewegenden Festgottesdienst. Bischof Dr. Christian Stäblein stellte seine Predigt unter „Material, Geist und die Menschen, die ein und ausgehen.“ Dabei hob er die Bedeutung von Holz als nachhaltigem Baustoff hervor und verband das Neue mit der jahrhundertealten Steinbaukunst der Kirche. „Holz steht für Lebendigkeit und die Verantwortung gegenüber kommenden Generationen“, so Stäblein, der auch die Bauleute mit einem herzlichen dreifachen Hoch ehrte. „Kosten und Bauzeit sind im Rahmen geblieben. Die Lehniner sollten nächstes Mal den Flughafen bauen“, fügte er humorvoll dazu.

Bischof Dr. Christian Stäblein ruft ein dreifaches Hoch auf die Bauleute aus
Quelle: Juliane Menzel
chorus vicanorum unter der Leitung von Kantorin Elke Wiesenberg wirkte im Gottesdienst mit
Foto: Juliane Menzel
Die Gäste kamen und füllten die Klosterkirche

Von der Klosterkirche zum neuen Zentrum: eine bunte Prozession

Nach dem Gottesdienst führte eine farbenfrohe Prozession – angeführt von Mitgliedern des Kreiskirchenrats mit Kerze, Kreuz und Parament – den feierlichen Übergang vom alten Sitz am Kloster Kirchplatz zum neuen Standort in der Goethestraße 14 symbolisch durch die Straßen von Lehnin. Luftballons in allen Farben begleiteten den Umzug, der die Verbundenheit der Gemeinschaft sichtbar machte.

Die stellvertretende Superintendentin Susanne Graap erinnerte daran, dass Kirche stets unterwegs sei: „Wohin wir als christliche Gemeinschaft gehen, Gott geht mit. Heute gehen wir in das neue Zentrum unseres Kirchenkreises – mit Hoffnung, Zuversicht und Neugier.“

Kerze, Parament und Kreuz werden zeichenhaft von alten zum neuen Standort getragen (von Li: Gesa Neumann, Sebastian Mews, Stefan Köhler-Apel und Oliver Notzke – alle gehören dem Kreiskirchenrat an)
Foto: Juliane Menzel
Mit einer bunten Prozession geht es vom Klosterkirchplatz zum neuen Kirchenkreiszentrum in die Goethestraße.
Quelle: Juliane Menzel
Fröhliche Gesichter und bunte Luftballons
Posaunenschall begleitet die Gäste auf dem Weg in KiZ

Wohin wir als christliche Gemeinschaft gehen, Gott geht mit. Heute gehen wir in das neue Zentrum unseres Kirchenkreises – mit Hoffnung, Zuversicht und Neugier.

Offizielle Schlüsselübergabe

Die offizielle Schlüsselübergabe erfolgte durch Architekt Moritz Krekeler an den Hausherrn Superintendent Siegfried-Thomas Wisch. Der Präses des Kirchenkreises, Stefan Köhler-Apel, enthüllte das neue Schild des Zentrums. Bischof Stäblein segnete das Haus und lud alle ein, gemeinsam das Zeichen des Segens zu formen.

Moritz Krekeler überreicht symbolisch den Schlüssel an den Bauherr Siegfried-Thomas Wisch (li Krekeler)
Quelle: Juliane Menzel
Countdown
Den Schlüssel fest in der Hand (von Li: Moritz Krekeler, Bischof Dr. Christian Stäblein, Madelaine Meiser, Dorothea Sitzler-Osing, Stefan Köhler-Apel, Andrea Molkenthin, Siegfried-Thomas Wisch, Susanne Graap)
Quelle: Juliane Menzel  

Präses Stefan Köhler-Apel enthüllt die Schilder  
Quelle: Juliane Menzel

In einem moderierten Gespräch erzählten Siegfried-Thomas Wisch und Präses Stefan Köhler-Apel von den Anfängen des Projekts: Erste Ideen entstanden bereits 2014, konkrete Beschlüsse folgten ab 2017 – nicht ohne kontroverse Debatten in der Synode. Der Weg bis zur Umsetzung war geprägt von intensiven Diskussionen, aber auch von großer Beharrlichkeit.

Die Kirchengemeinde Lehnin gab mit dem Verkauf ihres ehemaligen Pfarr- und Gemeindehauses den Weg frei für den heutigen Standort.

Der Entwurf überzeugte früh durch seine Anmutung einer ländlichen Feldscheune – schlicht, vertraut und zugleich offen. Beim Richtfest markierte die Richtkrone einen emotionalen Meilenstein: Das Dach war gedeckt, der Innenausbau konnte beginnen.

Andrea Molkenthin, Baupflegerin des Kirchenkreises, hob die gute Zusammenarbeit der beteiligten Gewerke hervor. Trotz der Herausforderungen war das Miteinander immer lösungsorientiert. Die Einbindung regionaler Firmen und der Fokus auf Nachhaltigkeit unterstreichen den Anspruch, verantwortungsvoll für die Zukunft zu bauen.

Auch die Verbindung von Kirche und Diakonie war von Anfang an mehr als rein organisatorisch. „Ich bin fast beleidigt, wenn man uns auf die Mieterrolle reduziert“, sagte Claudia Wipfli, Geschäftsführerin des Diakonischen Werks Potsdam-Mittelmark augenzwinkernd. „Wir sind Teil des Ganzen.“ Dr. Schön vom Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg betonte: „Erstmals in der Landeskirche arbeiten Kirche und Diakonie unter einem Dach. Beten und Handeln gehören zusammen.“

„Wir verstehen das Haus ausdrücklich als offenen Ort“, betonte Superintendent Wisch. „Als Kirche möchten wir Raum geben – für Ehrenamt, Diakonie, Kultur, Austausch und Begegnung über unsere eigenen Kirchentüren hinaus.“

Im Licht durchfluteten Großen Saal fühlten sich die Gäste wohl und hörten aufmerksam zu.
Ein gut gefüllter Saal während die Bauzeit auf der Bühne noch einmal lebendig wurde
Quelle: Juliane Menzel
Das alte Supturtelefon von Anno dazumal überreichte die Kirchengemeinde Lehnin dem Kirchenkreis als Andenken. Das waren noch Zeiten :)

Ein Tag voller Leben

Das Zentrum präsentierte sich am Eröffnungstag als lebendiger Treffpunkt: Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, die neuen Räume zu besichtigen, mit Mitarbeitenden ins Gespräch zu kommen oder beim vielfältigen Nachmittagsprogramm mitzufeiern. Von Bastelangeboten, Kinderschminken, Bewegungsangeboten, Führungen sowie dem „Musikalischen Miteinander“ für Kinder und Erwachsene bis hin zum Musical „Auch du gehörst dazu“ wurde für alle Altersgruppen etwas geboten. Das musikalische Finale gestalteten Chor und Orchester mit Mendelssohns „Lobgesang“ in der Klosterkirche – als klangstarker Abschluss eines festlichen Tages.

Ohne die vielen fleißigen Hände ist so ein Fest nicht zu schaffen. Danke. Danke. Danke.
Stärkung für Geist und Seele. Lange bevor die Gäste kamen, waren zahlreiche Helferinnen und Helfer ehrenamtlich mit den Vorbereitungen beschäftigt.
Über 100 Luftballons begleiten den Tag
Ein Dank an alle Kuchenspenden
Warten auf die Gäste
Alte Leitworte haben heute noch Gültigkeit
Flurgespräche
Das Musical „Auch du gehörst dazu“ zog die Zuschauer in ihren Bann
Quelle: Juliane Menzel
Der „Lobgesang“ von Felix Mendelssohn brachte zum Schluss noch einmal die Dankbarkeit über diesen Tag zum klingen.
Quelle: Juliane Menzel

Das neue Kirchenkreiszentrum verbindet den alten Steinbau des Pfarr- und Gemeindehauses mit einem modernen Neubau. Die Entscheidung für den Standort in Lehnin war strategisch bewusst gewählt: Zum einen wollte man den ländlichen Raum stärken und zum anderen ist Lehnin in etwa die Mitte des Kirchenkreises.

Die Baukosten von rund 4,4 Millionen Euro konnten trotz schwieriger Zeiten und steigender Materialpreise eingehalten werden. Dank transparenter Baukommunikation mit Tagen der offenen Baustelle und einer engen Zusammenarbeit aller Beteiligten entstand ein nachhaltiges, klimafreundliches Gebäude mit Erdwärmeheizung (Geothermie) und einer Ladestation für E-Fahrzeuge.

Das Kirchenkreiszentrum Lehnin steht für eine Kirche, die mitten im Leben steht, Raum für Begegnung schafft und Zukunft gestaltet. Es ist ein Ort der Hoffnung, an dem Glaube, Diakonie und Gesellschaft miteinander verknüpft werden – ganz im Sinne der lebendigen Brücke zwischen Holz und Stein, Tradition und Moderne, Menschen und Gott.

Superintendent Wisch fasst den Tag mit Dankbarkeit und Ausblick zusammen:
„Wir haben mit diesem Haus nicht nur Räume eröffnet – sondern Perspektiven. Es soll ein Ort werden, der verbindet, ermutigt und inspiriert. Die Resonanz heute zeigt: Die Menschen sind bereit, diesen Ort mitzugestalten.“