Ein Familiengottesdienst im Pfarrgarten, Kinderlachen unter Sonnensegeln, Musik, Bänke von überall her und ehrliche Worte mitten aus dem Leben – so begann am 29. Juni 2025 der Einführungsgottesdienst der neuen Pfarrerin in Treuenbrietzen. Und es wurde sofort deutlich: Hier zieht frischer Wind ein.
Die Predigt zum verlorenen Sohn zeigte nicht nur biblische Tiefe, sondern auch persönliche Offenheit. „Ich komme mit einem großen Koffer voller Ideen und Erfahrungen – und auch mit vielen Fragen“, sagte sie. Ihre Hoffnung: Einen Ort mitgestalten, „wo Menschen aufatmen, ankommen – oder (wieder) neu anfangen können.“
Einen Ort mitgestalten, „wo Menschen aufatmen, ankommen – oder (wieder) neu anfangen können.“
Dass sie für ungewöhnliche Wege steht, hat sich längst herumgesprochen: Als Bikerin, Tattoo-Liebhaberin, Metal-Fan und dreifache Mutter bringt Lippmann-Marsch nicht nur Lebenserfahrung, sondern auch Mut zum Unkonventionellen mit. Techno-Gottesdienste, Pop-Up-Trauungen beim Sabinchenfest, Silvester mit Schlagern oder Teambuilding per Reisebus in den Spreewald – sie will Kirche nahbar und überraschend gestalten. „Kirche muss dahin, wo die Menschen sind – nicht umgekehrt.“
Dass sie heute Pfarrerin ist, hätte sie sich als Jugendliche nie träumen lassen. Damals war sie überzeugte Punkerin – Gott spielte keine Rolle. Getauft wurde sie erst mit 28, heute steht sie selbst am Altar. Nach Vertretungsdiensten vor Ort gewann sie rasch die Herzen der Gemeinde – und jetzt auch offiziell die Pfarrstelle.