Im Mittelpunkt stehen die Orte der Gemeinde rund um Niemegk, eine Region, die mit ihren teils aus dem 12. und 13. Jahrhundert stammenden Kirchen reich an Geschichte und architektonischer Schönheit ist. Jedes Dorf erzählt dabei seine eigene Geschichte, hat seine eigenen Traditionen und besonderen Höhepunkte im Jahreslauf – vom Rabenkarneval bis zum gemeinsamen Weihnachtsliedersingen in Haseloff.
Die Ausstellung folgt den Figuren Theo, dem neugierigen Entdecker, Leo, der technikaffinen Begleiterin, und dem abenteuerlustigen Herrn Johann. Gemeinsam erkunden sie die Fläming-Dörfer, besuchen Kirchen und erleben die Vielfalt kirchlichen und dörflichen Lebens. Die liebevoll gestalteten Miniaturbilder stammen von Jan Suski, während Pfarrer Daniel Geißler die Idee entwickelte und die begleitenden Reime verfasste.
Die feierliche Eröffnung wurde von kräftigen Klängen des Boßdorfer Blasorchesters begleitet und lockte zahlreiche Besucher in die Kirche. Sichtlich bewegt begrüßte Pfarrer Geißler die Gäste – und sprach dabei offen über einen sehr persönlichen Hintergrund: Seit rund 20 Monaten ist er an Krebs erkrankt. Die Ausstellung sei daher nicht nur ein Projekt für die Gemeinde, sondern auch ein Teil seines eigenen Weges, sagte er. „Die Ausstellung ist auch ein Stück meines Therapieweges.“
Mit einem Anflug von Humor beschreibt Geißler seine Wirkungsstätte als „Metropole Niemegk“ mit ihren rund 2.500 Einwohnern – und vergisst dabei nicht die 16 weiteren Dörfer, die zur Gemeinde gehören. Seit 15 Jahren ist er hier tätig und hat die Eigenheiten jedes einzelnen Ortes schätzen gelernt.
Ein zentrales Symbol der Kirchengemeinde ist das Schaf, das auch das Siegel ziert. Passend dazu fiel die Ausstellungseröffnung auf den sogenannten „Hirtensonntag“, der unter dem biblischen Leitwort „Ich bin der gute Hirte“ steht. In seiner Ansprache griff Geißler dieses Bild auf und verband es mit seiner eigenen Lebenssituation. Wie ein Hirte seine Herde begleite, so vertraue auch er darauf, geführt zu werden – selbst in unsicheren Zeiten: „Ich weiß nicht, durch welche Täler ich noch gehen werde. Aber ich weiß, dass er mich zu guten Weiden führen wird.“
Unter den Gästen war auch Superintendent der Region Siegfried-Thomas Wisch, dessen Kommen Geißler besonders freute. Wisch würdigte die Ausstellung als Ausdruck tiefer Verbundenheit: Ein anderes Wort für Pfarrer sei „Pastor“ – der Hirte. Und genau als solcher zeige sich Geißler in diesem Projekt. Die Ausstellung sei „eine liebevolle Umarmung an die Gemeinde“, getragen von Zuneigung und dem Wunsch, die Menschen miteinander zu verbinden.
So ist diese Ausstellung nicht nur eine Hommage an die Dörfer des Hohen Flämings, sondern auch ein bewegendes Zeugnis von Glauben, Gemeinschaft und persönlicher Stärke.
Die Ausstellung ist vom 19. April bis 31. Oktober täglich von 9:00 Uhr bis 21:00 Uhr geöffnet. Ein Begleitheft zur Ausstellung liegt in der Kirche aus.
Die Kirche St. Johannis liegt mitten im Ort, am Kirchplatz, 14823 Niemegk.
Bei Pastor Neunmalklug gibt es mehr Bilder und Texte zur Ausstellung. "Theo, Leo und Herr Johan erkunden den Hohen Fläming"