Zum Hauptinhalt

Dosenfackelproduktion für 2026 gestartet.

16.01.2026

Wittbrietzen – Wo sonst Gruppenstunden, Sitzungen oder Veranstaltungen stattfinden, roch es am Dienstagabend deutlich nach Wachs: Im Gemeindehaus Wittbrietzen trafen sich zahlreiche Engagierte, um aus Kerzenresten und leeren Dosen dringend benötigte Dosenfackeln für die Ukraine herzustellen. 175 Kilogramm Kerzenwachs, rund 50 Dosen und mehrere Kartons mit Pappe standen bereit. Motiviert schnappten sie sich Wachs, Dosen und Pappe - und los gings! RBB24 im Schlepptau.

Die 175 kg zu verarbeiten gelang nicht. Trotzdem kann sich das Ergebnis sehen lassen: Innerhalb von zwei Stunden entstanden rund 20 fertige Dosenfackeln, weitere 20 Dosen wurden vorbereitet und etwa 25 Kilogramm Wachs in handliche Stücke zerkleinert. Die Aktion wurde zu einem Ort des Miteinanders, an dem Jung und Alt gemeinsam arbeiteten – und viele persönliche Geschichten hörbar wurden.

„Ich mache das für mein Volk“

Svetlana, eine der Teilnehmerinnen, die aus der Ukraine stammt, erklärt ihre Motivation:
„Ich mache das für mein Volk, für meine Freunde und meine Familie. Sie sind oft mehr als zwölf Stunden ohne Licht. Vor ein paar Wochen sind die Fenster meiner Schwiegermutter gebrochen. Es ist richtig kalt in Kiew, zurzeit etwa minus 20 Grad. Wir sind so dankbar, dass sich Menschen hier engagieren – da wollen wir auch mithelfen.“
Ob so eine vergleichsweise einfache Aktion tatsächlich helfen könne, wird Svetlana gefragt und sie nickt heftig. Ihre Freundin Janina stimmt ihr zu: „Doch, doch, das hilft richtig!“ Beide leben seit Beginn des Angriffkrieges auf die Ukraine in Deutschland.

Engagement, das Kreise zieht

Nahezu alle, die an diesem Tag ins Gemeindehaus gekommen sind, haben über Kordula Döring den Weg hierher gefunden. Sie ist Initiatorin der Sammelaktion im Kirchenkreis. Seit dem vergangenen Jahr sammelt sie Kerzenreste und fertigt selbst Dosenfackeln an. Anfang Januar übergab sie bereits 185 Dosenfackeln und rund 60 Kilogramm Wachs an Mike Schulz, der sich seit Monaten ehrenamtlich intensiv für Hilfslieferungen in die Ukraine engagiert. Inzwischen sind weitere 175 Kilogramm Wachs zusammengekommen.

Die Aktion hat sich im Kirchenkreis und darüber hinaus herumgesprochen. Zahlreiche Gruppen und Kreise beteiligen sich inzwischen an der Sammlung, stellen eigene Dosenfackeln her und freuen sich, einen kleinen, aber wirksamen Beitrag leisten zu können.

Wow, fast 50 kg Wachs wurden an diesem Abend abgegeben.
Kerzen zerkleinern
Schmelzen
Dosen vorbereiten
Gießen und fertig

Gemeinsam anpacken und reden

Auch eine Gruppe Mädchen aus der Jungen Gemeinde ist mit Freude dabei. „Beim Kerzen zerkleinern bekommt man richtig Muckis!“, scherzt eine von ihnen. Die gute Atmosphäre allein sei schon ein Grund, wiederzukommen.
Marit berichtet, dass ihre Familie selbst Geflüchtete aufgenommen hat, als kurz nach Kriegsbeginn viele Menschen aus der Ukraine Schutz suchten. „Mittlerweile sind sie wieder zurückgekehrt. Durch die persönliche Beziehung ist man ganz anders verbunden. Wenn sie sich dann mal wieder wochenlang nicht melden, macht man sich Sorgen.“
Ella beschäftigt vor allem die grundsätzliche Frage, wie es im 21. Jahrhundert möglich war, einen Krieg in Europa zu beginnen.
Liv, die mit ihrer Tochter Nea gekommen ist, fasst es so zusammen: „Hier kann ich etwas tun, das konkret hilft. Und wenn man hört, dass es wirklich gebraucht wird, freut man sich umso mehr!“
Die Teilnehmende teilen das Gefühl, dass das gemeinsame Tun hilft, der Ohnmacht etwas entgegenzusetzen.

Fortsetzung geplant

Die Beteiligten sind sich einig: Die Aktion ist sinnvoll und wird fortgesetzt. Kerzenreste werden weiterhin gesammelt, Dosen vorbereitet und gemeinsam verarbeitet. Denn jede Fackel bedeutet ein Stück Wärme und Licht – in einer Zeit und an einem Ort, wo beides dringend gebraucht wird.

Machen Sie mit

Es ist nicht schwer. Sammeln Sie Wachs und bringen es an die Abgebeorte. Stellen Sie selbst Dosenfackeln her und bringen sie zu den Sammelstellen. Alle wichtigen Informationen und Kontakte zur Aktion finden Sie unter hier.