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Die junge Zwillingsmama Julia Schottstädt im Interview.

22.08.2026

Julia Schottstädt ist mit ihren 29 Jahren das Küken im Gemeindekirchenrat in Groß Kreutz. Als Mama von den Zwillingen Gustav und Edgar, die vor Kurzem ihren ersten Geburtstag gefeiert haben, ist sie fast rund um die Uhr gefragt. 2025 feierte sie bewusst ihre Taufe und engagiert sich seither in der Kirchengemeinde Groß Kreutz. Über ihre Motivation und ihre Beweggründe erzählt sie mit strahlendem Gesicht.

„Ich bin selig und tief berührt, denke ich an meine Taufe und meinen Weg zum Glauben an Gott“, erzählt die junge Mutter. Seit längerem denkt sie über Religion und Glauben nach, mit angeregt durch ihre Partnerschaft. Sie liest viel, informiert sich, tauscht sich mit Freunden und ihrem Mann aus. Während sie zwei kleine Lebewesen unter ihrem Herzen trägt, reift in ihr der Entschluss, und sie meldet sich zur Taufe an. Ein „verordneter Glaubenskurs“ vom örtlichen Pfarrer bestärkt sie noch mehr und sie bleibt bei ihrem Vorhaben. Am 1. Juni 2025, dem Kindertag und noch schwanger mit ihren Zwillingen, empfängt sie den Segen der Taufe.

„Das finde ich wichtig, sich gegenseitig zu unterstützen und die alltäglichen Sorgen zu teilen.

Julia Schottstädt

„Der Glaube hat mir während meiner schwierigen Schwangerschaft Halt gegeben, mich gestärkt und ich habe die tragende Gemeinschaft gespürt.“ Seither engagiert sie sich in der Gemeinde. Wenn mittwochs im Pfarrhaus das Leben einzieht, der Lärmpegel steigt, das Gewusel mit Krabbelkindern, Mamas und Papas Bewegung in die vier Wände bringt, ist das ihrer Initiative zu verdanken. Nach reiflicher Überlegung willigt sie in die Anfrage ein und lässt sich als Kandidatin für den Gemeindekirchenrat aufstellen. Im November 2025 wird sie mit einer überwältigenden Stimmenanzahl auf Anhieb als Jüngste gewählt und bereichert seitdem das Gremium. „Vor meiner ersten Sitzung hatte ich ganz schön Lampenfieber. Es gibt ja durchaus Personen, die eine natürliche Autorität ausstrahlen und vor denen man großen Respekt hat.“ Aber sie und die anderen Neulinge haben so viel Wohlwollen, Verständnis und Hilfe erfahren und alle ihre Bedenken lösten sich in Luft auf.

Vor meiner ersten Sitzung hatte ich ganz schön Lampenfieber.

Mit ihren Zwillingen bleibt ihr kaum freie Zeit. Sie ist dankbar über die Hilfe ihrer Familie und von Freunden. Ohne sie könnte sie ihren Alltag kaum bewältigen, geschweige denn die Arbeit im Gemeindekirchenrat ausfüllen. Wichtig ist ihr mit ihrem Amt nicht nur das Formale. Während wir reden, klingelt das Telefon und eine Mama mit einem 5 Tage alten Säugling braucht einen Rat. „Das finde ich wichtig, sich gegenseitig zu unterstützen und die alltäglichen Sorgen zu teilen.“

Julia Schottstädt liegt die Arbeit mit Kindern sehr am Herzen. Der Kindergarten, die pädagogische Arbeit, aber auch die Öffentlichkeitsarbeit, findet sie ein interessantes Feld. „Kirche muss unbedingt digitaler werden, sonst hängt man ab.“ Sie will mehr und mehr in die Gemeinde hineinwachsen, verstehen, weiter „bauen“ am Haus der Kirche, Menschen zusammenbringen und Gemeinschaft stärken.

Obwohl der Kirche oft das Image „veraltet und akquiriert“ anhängt, findet sie in ihrer Kirchengemeinde in Groß Kreutz viel Leben und empfindet sie nicht als verstaubt. „In den Gottesdiensten bin ich irgendwie fast immer angesprochen und mich berührt etwas. Das stärkt mich und das möchte ich mit anderen teilen.“

Zur Person
Julia Schottstädt lebt mit ihrem Mann Ferdinand und ihren beiden ein Jahr alten Zwillingen Gustav und Edgar in Groß Kreutz. Mit 28 wird sie in den Gemeindekirchenrat gewählt und gestaltet dort aktiv das Gemeindeleben mit. Nach ihrer Familienzeit wird sie als gelernte Medizinische Fachangestellt und Kauffrau für Büroorganisation ihre Arbeit im Gesundheitsministerium in Potsdam wieder aufnehmen. Selbstverständlich werden ihre Söhne die Ev. Kindertagesstätte in Groß Kreutz besuchen. Ihr Lieblingslied ist „Ich sing dir mein Lied - in ihm klingt mein Leben.“

Das Interview führte Beate Lindauer, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Evangelischen Kirchenkreis Mittelmark-Brandenburg.