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Denkst du noch, oder drückst du nur?

20.02.2026

Unsere nördlichen Nachbarn in Dänemark haben die Briefkästen und die Zustellung von Postkarten und Briefen abgeschafft. Alles soll nur noch digital versendet werden. Bei dieser Nachricht dachte ich an die vielen Kinder, die dem Christkind oder dem Weihnachtsmann Briefe mit ihren Wünschen senden – wie schade, dass auch das wegfällt. Ganz zu schweigen von Geburtstagspost, die nun (wahrscheinlich meistens von der künstlichen Intelligenz gesteuert) nur noch auf einem Bildschirm aufleuchtet. Immer mehr Aktivitäten, für die wir bisher Zeit, Ideen und eigene Entscheidungskriterien angewendet haben, geben die Menschen aus der Hand und lassen sich helfen. Für unsere Entwicklung ist das ein Rückschritt und eine Katastrophe.

Die Fastenzeit hat begonnen. Kantor Winfried Kuntz hat dazu eine Idee!

Denn durch die Technik die wir benutzen, verlieren wir einen großen Teil unseres Handlungsspielraums und werden zum passiven Verwalter, anstatt ein aktiver Gestalter zu sein. Ob wir nun Knöpfe drücken, vorgegebene Befehle, Phrasen oder Formulierungen übernehmen, das Automatikgetriebe fürs Auto ordern oder uns das Brot schneiden lassen - immer mehr werden wir fremdbestimmt dirigiert. Wir verlernen dadurch das eigene und individuelle Planen und Handeln. Die von einigen gewünschte Abschaffung des Bargelds gehört auch in diese Auflistung der Dinge, die uns dümmer machen werden und der Manipulation Vorschub leisten. Warum nur vertrauen wir so wenig uns selbst, den guten Gaben, die jeder Mensch in sich trägt? Wir besitzen sinnvolle, verantwortungsvolle Handlungsweisen, die unsere Gesellschaft in fast 80 Jahren zu so hoher Zivilisation gebracht hat! Ist es nicht viel schöner und aufregender, wenn wir etwas erleben, was uns vorher nicht schon x-mal vorhergesagt oder gezeigt wurde? Sind es nicht die Überraschungen, die unser Leben reicher machen, auch wenn mal etwas schiefgeht?

Lesen sie mal wieder eine Landkarte, bevor sie zu einem Ausflug aufbrechen und nehmen eine andere Route als das Navi sagt.

Jeden Tag eine perfekte Mahlzeit aus dem Thermomix zu bekommen ist doch echt langweilig und selbst kreativ zu sein ohne digitale Helfer dagegen so erfüllend und befriedigend! Wir sollen unser Licht nicht hinter einen Scheffel stellen, das sagt uns schon die Bibel. Also wäre es höchste Zeit, sich nicht dauernd hinter den digitalen Helfern zu verstecken. Sie rauben viel Zeit und machen uns klein. Wir können eigene Schritte gehen ohne diese vorher stundenlang zu recherchieren. Lesen sie mal wieder eine Landkarte, bevor sie zu einem Ausflug aufbrechen und nehmen eine andere Route als das Navi sagt. Vielleicht entdecken sie etwas ganz besonderes? Und wenn sie sich verlaufen oder verfahren, dann fragen sie doch einen Menschen nach dem Weg – er wird erstaunt sein und sie erfahren womöglich noch etwas ganz Neues? Einfach mal wieder in Urlaub reisen, ohne alles minutiös vorgeplant zu haben oder auch mal ein Restaurant besuchen, ohne vorher die Speisekarte digital zu checken!

Wie wäre es mit 7 Wochen Digitales fasten?

Für die kommenden 7 Wochen wäre das eine Möglichkeit des digitalen fastens – und sei es auch nur eine Stunde am Tag! Wir habens drauf, trauen sie sich mal den virtuellen Pfad zu verlassen und den Kopf hoch erhoben in die Welt zu strecken!
Nur Mut!
Vom vielen Handyschauen kriegen wir eh nur schlechte Augen und einen Buckel…..

Winfried Kuntz ist Kantor in der Region Bad Belzig, gerne mit dem Fahrrad und seinem Hund unterwegs. Er mag Orgeln, Glocken und offene Kirchen.