Beschlüsse
„Die Kreissynode beschließt die als Anlage zu diesem Beschluss beigefügte Finanzsatzung des Evangelischen Kirchenkreises Mittelmark-Brandenburg gemäß §§ 4 Abs. 2 Satz 2, 6 Abs. 2 Finanzgesetz in Verbindung mit Artikel 42 Abs. 2 Grundordnung.“
Abstimmungsergebnis: 46/1/7 (Ja / Nein / Enthaltung)
Der Beschluss Nr.: EKMB 3/018 ist mit einer Gegenstimme und 7 Enthaltungen angenommen.
Downloads
Einladung
Grußwort
Bericht
Protokoll der Kreissynode Frühjahr 2023
Bericht des Superintendenten Thomas Wisch
Sehr geehrter Damen und Herren, liebe Schwestern liebe Brüder
Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bliebt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht. Joh 12.24 so lautet der aktuelle Wochenspruch aus dem Joh-evangelium. Die Logik dieses Wortes ist bestechend. Na klar: ein Korn muss zuerst in die Erde, um dann nach einer Weile Frucht bringen zu können. In der Zeit zwischen Säen und Ernten heißt es auszuharren. Der Boden muß gut vorbereitet und bearbeitet werden, dass das Korn optimale Bedingungen zum Wachsen und Gedeihen findet.
Sie werden es sicherlich mit Erschrecken gelesen haben Unsere Landeskirche hat in dem letzten Jahr nahezu 30.000 Gemeindeglieder, das sind ca 3,1%, verloren. 30.000 das ist mehr als unser Kirchenkreis. Im EKMB waren die Verluste zum Stichtag 31.12.2022 - 591 Gemeindeglieder. Wir zählen jetzt 26 959 Menschen. Es gibt keine einzige Kirchgemeinde mit nennenswertem Wachstum. Auch die Gemeinden in sogenannten Zuzugsgebieten können die Todesfälle nicht ausgleichen.
Das tut weh, sehr weh, weil ich in vielen Gemeinden fleißiges Arbeiten an und mit den Menschen sehe. Es wird getauft, Gottesdienste gefeiert, konfirmiert, aber es reicht eben nicht. Die Zahlen machen etwas mit uns. Sie ziehen uns in den Bann. Und dennoch, wir wissen, dass der HERR die Kirche baut und nicht wir. Aber ehrlich gesagt, es ist auch ein wenig frustrierend, wenn man ausschließlich auf die Zahlen schaut. Wir sehen so wenig von der aufgehenden Saat. Der Blick wird von dem, was da verdorrt und eben nicht aufgeht, getrübt.
Über die Gründe des massiven Rückganges der Gemeindegliederzahlen gibt es viele Thesen. Viele Mosaiksteine fügen sich zu einem Bild, diese möchte ich aber heute hier nicht alle aufzeigen. Nur einige, die mir bei meinen Besuchen in den Gemeinden begegnen. Immer wieder ist die Rede davon, die Kirche müßte mehr Mitarbeiter einstellen. Jeder Betrieb würde das machen. Wirklich? ich erlebe das ganz anders, ein großer Handelskonzern trennt sich sehr rabiat von 52 Warenhäusern, ein Konzern von einem Geschäftsbereich, wenn der sich nicht als rentabel erweist. Nun sind wir ja kein Wirtschaftsbetrieb, aber wir müssen auch mit Geld und den uns zugewiesenen Mitteln rechnen. Ganz nüchtern. Auch bei uns ist 1 und 1 gleich 2. Dazu kommt noch, wir leben nach wie vor von Subventionen anderer, vor allem der Berliner Stadtgemeinden.
Das Schimpfen auf die da oben, hilft uns nicht wirklich weiter. Auch als wir mehr Mitarbeitende beschäftigten, gab es keinen Aufschwung von Gemeindegliedern. Die Gründe liegen also woanders. Und wir sollten endlich die Realitäten einer sich rapide ändernden Gesellschaft anerkenne. In erster Linie fehlt die Bindekraft der Gemeindeglieder zu ihrer Kirche.
Es ist mir bewußt, dass das hier das falsche Forum ist, denn sie zeigen ja mit Ihrem Kommen und Engagement in den Gemeinden, wie sehr Sie Ihre Gemeinden, die Kirche lieben. Und dafür sei Ihnen uneingeschränkt Danke gesagt. Immer wieder wird mir in den Gemeinden vorgeworfen, ja die Kirche und die da oben, müssen das und das machen. Immer geht es nur ums Geld, und die Kirche müßte doch anders sein? Ja, oder? Und zugleich ist bei vielen Fusionsgesprächen die Frage des Geldes das Hauptthema und Konfliktpunkt.
Wie ist das mit „meinem“ vermeintlichen Eigentum, den Pachten und Einnahmen? Wieso müssen wir das dem Kirchenkreis abgegeben? Das Pachtland ist sehr unterschiedlich in unserem Kirchenkreis verteilt. Es gibt gar Gemeinden, die haben nicht einen Quadratzentimeter. Hinweise auf, was mit einem solidarisch geteilten Geld alles noch für Möglichkeiten gibt, um Gemeindearbeit zu finanzieren, werden zunächst wenig gesehen. Von diesem Geld finanziert der Kirchenkreis zB. die Sachmittel für Gemeindepädagogik, Jugendarbeit oder Kirchenmusik. Alle Mitarbeitende erhalten entsprechende Technik, um gut arbeitsfähig zu sein. Sie brauchen keine Personalrücklage für Ihre GemeindesekretärInnnen mehr zu bilden, weil das der Kirchenkreis übernimmt.
All das macht der Kircehnkreis, um Gemeinden zu entlasten. Weil es eben drauf ankommt, den Boden so zu bereiten, dass gute Frucht gedeihen kann. Natürlich kann es immer mehr sein, aber manchmal ist der Bodenwert eines Ackers eben nur 25 Punkte. Ja, wir sind inmitten einer umfassenden Strukturumwandlung / (Transformationsprozess). Von 94 Kirchgemeinden werden aller Voraussicht zum 1.1.2024 - 30 Körperschaften übrig bleiben. Das ist ⅓.
Damit verbunden ist die Hoffnung, dass nachhaltige Synergieeffekte entstehen: Eine Pfarrperson, ein Haushalt, ein GKR. Die ehemaligen Kirchgemeinden werden Ortskirchen und können sich mehr inhaltlichen Aufgaben, der Kirche vor Ort widmen. Dazu benötigt es Zurüstung und Begleitung durch hauptamtlich Mitarbeitende. Deshalb möchte der Kirchenkreis gern eine Idee verfolgen und die Aus- und Weiterbildung von Ehrenamtsarbeit in einer sogenannten Ehrenamtsakademie im neu entstehenden Kirchenkreiszentrum etablieren. Wir haben heute morgen von ersten Ideen gehört.
Diese bedarfsorientierte Arbeit kann kaum eine Pfarrperson neben ihren umfänglichen Aufgaben bewerkstelligen. Deshalb wird es einen Versuch geben, entsprechende Stellenanteile auf Kirchenkreisebene einzurichten. Ein weiterer Schritt muß eine spürbare Entlastung der Gemeinden von Verwaltungsaufgaben sein. Denkbar wäre z.B. eine zentrale Regelung für die Pachtangelegenheiten zu finden. Ein Blick in andere Landeskirchen kann uns da zu neuen Ideen inspirieren.
Wir benötigen die innere Freiheit für inhaltliche Arbeit, innovative Projekte. Die EKBO hat sich dem Vorschlag der EKD angeschlossen, noch mal neu über die Taufe nachzudenken. Viele Gemeinden haben bereits Ideen in ihrer Jahresplanung aufgenommen, um dieses Thema öffentlichkeitswirksam und unkonventionell unter die Menschen zu bringen. Das ist gut so!
Des Weiteren gibt es eine breit angelegte Diskussion über die Lebensordnung unserer Kirche. Wie sind die Zugänge zur Taufe, oder zu anderen Kasualien / Amtshandlungen. Wieviele Paten benötigen wir für eine Taufe? Wer darf getauft, getraut oder kirchlich beerdigt werden? Bei allem steht die Frage im Hintergrund, wie werden wir attraktiver für die Menschen. Warum lohnt es sich, in der Kirche zu bleiben, bzw. dazu zu gehören. Ist der Boden so gut vorbereitet, dass die Saat der frohmachenden Botschaft 100- und 1000fach Frucht bringen kann.
Was ist noch geschehen in den letzten Monaten? Die von der Synode eingesetzte Steuerungsgruppe, die über die Kommunikationsstruktur innerhalb unseres Kirchenkreis nachdenkt, hat „Richtfest“ gefeiert. Gegenwärtig wird an einem Handbuch gearbeitet, welches die Strukturen, Organisationsformen unseres Kirchenkreis zum Inhalt hat. Dieses ist dann öffentlich zugänglich. Damit erhoffen wir Transparenz, Offenheit und Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen.
Noch Mitten in der Diskussion ist die Konzeption einer neuen Homepage. Die Gegenwärtige ist dringend überholungsbedürftig, bzw. soll ersetzt werden. Wen und was wollen wir erreichen?, sind dabei leitende Fragen. Aber auch, was nützt sie den Gemeinden, wie soll und kann sie gut gebraucht werden. Wie ist eine Einbindung in die neuen sozialen Medien?
So eine umfassend ansprechende und zeitgemäße Erstellung bekommen wir auf dem Markt natürlich nicht zum Nulltarif. Wie im letzten Bericht angekündigt, hat sich die Arbeitsschutzkommission in Kooperation mit dem Kirchenkreis Potsdam konstituiert. Neben der Vertreterin der MAV, sind aus unserem Kirchenkreis Pfarrer Dr. St.Schönfeld und ich Mitglieder dieser Kommission.
Gemäß der Vorgabe unserer Landeskirche sind wir gegenwärtig dabei, ein längst überfälliges Schutzkonzept gegen sexualisierter Gewalt zu erarbeiten. Das ist eine sehr sensible aber dringend notwendige Angelegenheit. Die Missbrauchsfälle in beiden Kirchen zeigen uns, dass über dieses Thema viel zu lange geschwiegen wurde. Das Schutzkonzept wird alle Arbeitsbereiche des Kirchenkreises betreffen. Auf der Herbstsynode werden wir uns damit beschäftigen und es auch verabschieden, damit es verbindlich in allen unseren Gemeinden gilt.
Die Bildung der regionalen Räume nimmt immer mehr Gestalt an. Es gibt hier und da überraschende Wendungen und Einsichten. Viele Pfarrbereiche tun sich zusammen und verabreden feste Kooperationen (der Zusammenarbeit). Damit wollen wir in die Zukunft schauen, wenn unsere Gemeindegliederzahlen weiterhin schrumpfen. Deutlich wird aber jetzt schon, dass wir kaum noch in Parochiegrenzen denken können. Neubesetzungen werden zunehmend schwieriger, weil die Pfarrstellen auf Zukunft keine 100% Stellen mehr sein können. Es ist in der Tat zu prüfen, ob wir ausschließlich kreiskirchliche Pfarrstellen, losgelöst von den Pfarrbereichen einrichten.
Personalia
Frau B.Lindauer arbeitet sich gut in unseren Kirchenkreis ein und knüpft fleißig Kontakte zu den Gemeinden und Presseverantwortlichen der Medien. Sie ist eingebunden in unser Kirchenkreis-Kollegium, dem früheren Leitungskreis.
Zum 1.1.2023 haben wir eine neue Pfarrkollegin unter uns. Sie, Pfarrerin U. Stiller ist mit 50% DU in die Brandenburger Stadtpfarrstelle St.Katharinen zunächst für 2 Jahre entsandt worden. Wie Sie vielleicht schon vernommen haben, wird uns zum Sommer unser Geschäftsführender Vorstand Herr T.Köhler verlassen. Wir bedauern das sehr, haben aber auch Verständnis, dass Sie sich beruflich weiterentwickeln wollen. Am 16.Juni 18.00 Uhr wollen wir Sie mit einem Gottesdienst in der kleinen Kirche zu Schenkenberg verabschieden. Die Ausschreibung läuft bereits. Wir sind vorsichtig optimistisch, dass wir eine nahtlose Anschlussbesetzung hinbekommen.
Verlassen hat uns zum 1.02. Pfarrer M.Stephan. Er ist in den Schuldienst gewechselt. Die acht sehr kleinen Kirchgemeinden des ehemaligen Pfarrbereich Rädigke sind entsprechend der kommunalen Strukturen nach Niemegk bzw. Wiesenburg zugeteilt worden.
Auch die Gemeinden der Pfarrbereiche Treuenbrietzen und Schlalach mit Wittbrietzen müssen sich auf erneute Veränderungen einstellen. Sowohl Pfarrer A.Tesdorff als auch Pfarrerin C.Gärtner haben ihre Wechselabsichten zum Sommer kundgetan. Das ist mehr als bedauerlich.
Die Wiederbesetzung der Pfarrstelle Plötzin ist nach der ersten Runde nicht erfolgreich gewesen. Auch hier gibt es gerade eine Neuorientierung der Gemeinden und es bedarf noch einiger Gespräche.
Eine kleine Veränderung gab es im gemeindepädagogischen Bereich. M.Zesches Stelle wurde auf 100% aufgestockt und es gibt eine Bewerbung für den südlichen Bereich der Region Belzig.
Eine weitere Änderung gab es in unserer MAV. Aus persönlichen Gründen hat Frau U.Baaske temporär ihre MAV Vorstandsarbeit abgegeben. Dafür ist Frau von Schierstedt eingesprungen.
Seit dem 1.März absolvieren zwei Vikare ihre praxisorientierte Ausbildung bei uns im Kirchenkreis.
Herr Fr. Sczotok bei Pfarrer Mews und Herr J.Herzer bei Frau Dr.Moldenhauer.
Superintendent S.-Thomas Wisch, Kloster Lehnin