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Grußworte und Berichte
Protokoll der Kreissynode Frühjahr 2017
Bericht des Superintendenten Thomas Wisch
Liebe Schwestern, liebe Brüder,
Der Wochenspruch dieser Woche stammt aus dem Johannesevanglium:
Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht. Joh 12,24
Das Bildwort, für jeden Hobbygärtner oder Landwirt einleuchtend, wird dem Evangelisten zur Erklärung der Passion Jesu. Jesus stirbt am Kreuz. Doch er bleibt nicht im Tod, sondern sein Vater erweckt ihn aus den Toten, und neues Leben gelingt. An so einem Tag, wie heute, können wir das Wiedererwachen recht gut nachvollziehen. Etwas muss sterben, damit Neues entsteht. Schmerz,Trauer, Neuanfang irgendwie gehört es also zusammen. Diese Erfahrung machen wir immer wieder in unseren Gemeinden und in unserem Kirchenkreis. Auf der heutigen Synode haben wir uns damit beschäftigt, was da vielleicht aufgegeben werden kann oder auch muß, um Neues wachsen zu lassen.Gewähren wir es? Ich bin gespannt.
Am Anfang meines Berichtes, möchte ich Ihnen einige Zahlen vorstellen. Im vergangenen Jahr sind wir nicht ganz so stark geschrumpft. 203 Gemeindeglieder weniger zählte das KVA Potsdam. In den Jahren zuvor waren es stets um die 400. 211 Taufen erlebten die KGn in unserem KK. 235 Gemeindeglieder verstarben, und 188 verließen unsere Kirche.
Auch im vergangenen Jahr hat sich der KKR einmal im Monat versammelt, um die Belange des Kirchenkreises zu verhandeln und zu lenken. Ich freue mich immer wieder über die gute Zusammenarbeit und das Engagement der Mitglieder, wohlwissend, dass es nicht immer leicht ist, die zusätzliche Zeit zu erübrigen. Nur einmal mußten wir aufgrund eines Unwetters die Sitzung absagen.
Im Januar trafen wir uns zur alljährlichen Klausur in Neuseddin.
Wo stehen wir? Wie geht es weiter?
Diese Fragen beschäftigten uns dort. Hauptschwerpunkt waren die Ergebnisse der AG Struktur und wie sie in den Regionen umgesetzt werden können. Die ersten Schritte wurden in den im Februar stattgefundenen Regionalkonferenzen gemacht. Dort wurden die Ergebnisse vorgestellt und erste Konsequenzen angedacht. Zugegebenermaßen kamen dieser Veranstaltungen einer „Druckbetankung“ (Zitat eines Teilnehmers) gleich.
Es wurde sehr schnell klar: das kann nur der Auftakt für einen länger andauernden Prozeß sein. Heute war der zweite Schritt. Mittlerweile haben sich die angeregten Regionalbeiräte, außer in einer Region, konstituiert. Hier sind die Regionen in unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Intensitäten unterwegs.
Weitere Themen waren die Umsetzung der Beschlüsse aus der Herbstsynode, wie der Einrichtung und Erstellen der Kriterien für den Orgel-, Reformations- und Technikfonds.Der Orgelfonds hat bereits etliche Gemeinden motiviert, entsprechende Anträge an den KKR zu stellen. Allerdings fiel der AGHF auf, dass die Anträge nicht vollständig waren. Es fehlte oft ein zweites oder gar drittes Kostenangebot einer Orgelfirma. An diese Vorgabe sind wir aber lt. kirchlicher Bauordnung gebunden. Sehr schön und lobenswert ist die Zusammenarbeit mit Kantor Kuntz und dem Kreiskantor Oppelt.
Als eine größere Baustelle wird sich die angedachte Zusammenlegung unserer beiden Diakonischen Werke Brandenburg an der Havel sowie Potsdam-Mittelmark erweisen. Eine AG Diakonie hat dieArbeit aufgenommen und wird einen Zeitplan erstellen und die Fusion ausloten, vorbereiten und gestalten. Das Ziel so einer Fusion ist eine Konzentration der Vorstandsarbeit und der Arbeitsfelder, die die beiden DWs gegenwärtig bedienen.
Das kreiskirchliche Engagement in der Flüchtlingsarbeit hat sich sehr gut entwickelt. Vierteljährlich ließ sich der KKR über die Arbeit berichten. Es wurde sehr schnell ersichtlich, dass diese Arbeit einem ständigen Wandel unterzogen ist. Von den Mitarbeitenden wird da ein Höchstmaß an Flexibilität verlangt. Vielen Dank an die beiden Mitarbeitenden Frau Baptist und Frau Böer. Zwar sind die Zahlen der neuangekommenen, geflüchteten Menschen stark gesunken, aber die Arbeit der Integration ist nicht minder geworden. Die Brandenburger sind dabei anders aufgestellt als die Belziger. Das soll keine Wertung sein. In beiden Einrichtungen wird eine hervorragende Arbeit geleistet. Da die Stellen Ende des Jahres auslaufen, müssen wir uns Gedanken machen, ob und wie wir die Arbeit weiter unterstützen wollen und können.
Nach anfänglichen Startschwierigkeiten wurde der Reformationsfonds gut angenommen. Insgesamt 60.000 Euro konnten an 23 eingereichte Projekte recht unterschiedlicher Couleur vergeben werden.Ein „Nebenprodukt“ wird die Erstellung einer DVD (Lutherklang) sein, die unseren Kirchenkreis in vielfältiger Form, aber vor allem mit Musik präsentieren wird. Kreiskantor Oppelt hat dort den Hut auf und wird von Frau Maetz logistisch unterstützt. Die DVD wird dann ab Pfingsten zur Verfügung stehen. Wir freuen uns darauf.
Über den Technikfond haben wir bereits berichtet. Herr Johannes Becker, den wir zunächst befristet als neuen Mitarbeiter angestellt haben, wird die geplante technische Ausstattung der Mitarbeitenden und der Gemeindebüros mit seinem Fachverstand organisieren.
Mit großem Interesse wurde unser alljährlicher Ältestentag im Februar angenommen. 60 Älteste ließen sich über den Rechtsextremismus und Populismus in unserem Kirchenkreis informieren. In den sich anschließenden Arbeitseinheiten zu verschiedenen Arbeitsfeldern wurde wieder rege diskutiert. Der personelle Wechsel in AGHF, nach dem Rücktritt des langjährigen Vorsitzenden Herrn Gottschalk, ist m.E. sehr gut gelungen. Herr Biedermann und Herr van Lessen haben sich hervorragend eingearbeitet.
Einen Neustart gibt es auch in der Lektorenarbeit unseres Kirchenkreises. Pfn. Filicitas Haupt wird aller Voraussicht nach noch in diesem Jahr einen neuen Lektorenkurs beginnen. Die entsprechendenInformationen sind dieser Tage in die Pfarrbüros geschickt worden. Unterstützen wird die Arbeit Pfn. J. Rumpel, GP Ute. Baaske und Pfarrer Dr. M. Gestrich.
Was gibt es Neues aus den Gemeinden?
Über die eventuelle Zusammenarbeit der Kirchgemeinde Werder mit dem EKMB haben wir bereits berichtet. Nach dem Eintritt in den Ruhestand von Pfarrer Gramsch sind die Gemeinden des PfarrbereichesBrandenburg Ost in die umliegenden Pfarrbereiche aufgeteilt worden. Allerdings haben sich noch ein paar Änderungen ergeben. Die KG Göttin ist nicht wie ursprünglich nach Golzow Planebruch gewandert, sondern orientiert sich nach St. Katharinen, BRB an der Havel. Ebenso die KG Schmerzke. Hier war erst eine Zuordnung nach Netzen angedacht.Seit dem 1.2.2017 ist die Gemeinde Golzow-Planebruch vakant. Nach der ersten erfolglosen Ausschreibung habe ich die eine erneute Ausschreibung im Amtsblatt veranlaßt. Ebenso erging es uns so mit der Ausschreibung der vakanten Pfarrstelle Stücken.
Sie sehen, liebe Synodale, es wird immer schwieriger Pfarrstellen auf dem Lande zu besetzen. Umso wichtiger sind die Anregungen unserer heutigen Diskussion.
Das Pfarrstellenbesetzungsverfahren am Dom in Brandenburg / Havel läuft noch. Aber ich bin guter Hoffnung, dass wir bald eine entsprechende Person präsentieren können.Erfreulich ist, dass wir morgen, am 2. April, Pfarrer Dirk Matthies in die Pfarrstelle Schlalach einführen können. Damit hat ein langer, langer Weg ein gutes Ende gefunden.Ebenso ist die Pfarrstelle Lütte-Ragösen mit Pfn. Dr. Dorothea Sitzler-Osing seit 1. Januar 2017 wieder besetzt. Hier haben wir einen sehr schönen Einführungsgottesdienst gefeiert.
Die Anstellung von Herrn Johannes Becker habe ich bereits erwähnt. Eine Umstrukturierung wird es auch ab Mai im Supturbüro geben. Frau Sobeck mit 20% RAZ wird zunächst befristet an das KVA abgegeben. Die Ephoralsekretariatsstellen von insgesamt 170% werden sich ab 1.Mai zu gleichen Teilen Frau Stumpe und Frau Fischer teilen. Die freigewordene Stelle im Cafe Contakt wird nach einer Ausschreibung mit Frau Juliane Menzel besetzt. Das ganze Stellenkarussell ist zunächst befristet, aber mit dem erklärten Ziel einer Entfristung.
Dringender denn je stellt sich die Frage nach einem eigenen festen Ort und Gebäude für unseren Kirchenkreis. Mit dem EDBTL sind wir darüber seit geraumer Zeit im Gespräch. Vielleicht fragen sicheinige von Ihnen, benötigen wir so etwas? Ich kann nur sagen, dass die Arbeitsbedingungen in der Suptur, für die Ausschüsse, dem KKR, und die Kreisverantwortlichen suboptimal sind. Auch die Suchenach Räumen für unsere Mitarbeiterkonvente gestaltet sich immer schwieriger und aufwendiger.
Eine gute Nachricht habe ich mir für den Schluß aufgehoben. Seit heute gibt es neue Bestimmungen für das sogenannte Arbeitgeberüberlassungsgesetz. Dieses ermöglicht aller Wahrscheinlichkeit nach nun eine unkompliziertere Anstellung von Gemeindesekretärinnen in mehreren Kirchgemeinden, als Körperschaften öffentliches Rechtes.
Heute haben wir den ersten April und der Deutsche Evangelische Kirchentag in Berlin, Potsdam und der Abschlußveranstaltung in Wittenberg sind nicht mehr weit. Ich habe Ihnen entsprechende Informationen mitgebracht. Ich lade sie recht herzlich bei 20 Grad und Sonne zu dem Abschlußgottesdienst nach Wittenberg ein. Ich kann Ihnen versprechen, es wird ein unvergessliches Erlebnis, denn 500 Jahre Reformation erlebt man nur einmal.
Kloster Lehnin, 16.04.2016